Zum Inhalt
Donnerstag, 30. Juli 2026

Warum Casrsten Wittekt in seinem Café kein Bargeld annimmt

Café-Betreiber Casrsten Wittekt aus Frankfurt setzt auf bargeldloses Bezahlen. Ein Gespräch über die Gründe und die Vorteile dieser Entscheidung.

Sophie Klein//2 Min. Lesezeit

In einer kleinen, aber feinen Kaffeebar in Frankfurt, wo der Duft frisch gebrühter Bohnen die Luft erfüllt, hat Casrsten Wittekt eine Entscheidung getroffen, die einige seiner Kunden überrascht. Er akzeptiert kein Bargeld. In einer Zeit, in der viele auf die Nostalgie des Scheins schwören, ist dies ein klar abgestecktes Terrain, das der Café-Betreiber mit Bedacht gewählt hat. Die Frage nach dem "Warum" lässt sich schnell beantworten, aber die komplexen Überlegungen dahinter sind es wert, näher betrachtet zu werden.

Wittekt argumentiert, dass das bargeldlose Bezahlen nicht nur effizient, sondern auch sicherer ist. Überall in der Gastronomie häufen sich Nachrichten über Überfälle und Diebstähle. Das Risiko, als Ziel eines solchen Verbrechens ausgemacht zu werden, sinkt erheblich, wenn kein Bargeld im Geschäft vorhanden ist. Zudem sind die Transaktionen bei bargeldlosem Bezahlen oft schneller, was für einen geschäftigen Café-Betrieb von entscheidender Bedeutung ist. Wer möchte schon in der Schlange stehen, während der Vorauszahler nach Kleingeld kramt und beim Zählen ins Stocken gerät?

Ein weiterer Aspekt, den Wittekt anspricht, ist die Hygiene. In einer Welt, in der die Sauberkeit von Händen und Oberflächen einen neuen Stellenwert angenommen hat, sind Bargeldscheine nicht gerade das Abbild der Reinheit. Untersuchungen haben gezeigt, dass Banknoten ein Sammelplatz für Bakterien und Viren sind. Indem er auf Bargeld verzichtet, trägt Wittekt auch zur Gesundheit seiner Gäste bei. Digitales Bezahlen wird damit nicht nur zur praktischen, sondern auch zur hygienischen Lösung.

Doch die Entscheidung hat auch ihre Kritiker. Einige Stammgäste, die das Ritual des „Kaffee-Barzahlung“ schätzten, sind anfangs skeptisch gewesen. Für viele ist Bargeld ein Teil des täglichen Lebens und ein Zeichen von Kontrolle über die eigenen Finanzen. Wittekt hat diesen Widerstand bereits bemerkt, doch er bleibt ruhig und gelassen. "Es gibt immer jemanden, der lieber Bargeld verwendet", gibt er zu, "aber die Vorteile überwiegen einfach." In der Tat, die Zahlen sprechen für sich. Die Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungsmethoden hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen, und selbst die älteren Generationen gewöhnen sich mehr und mehr an die Bequemlichkeit von Kreditkarten und mobilen Zahlungen.

Die Umstellung auf ein bargeldloses System hat auch logistische Vorteile. Wittekt kann Transaktionen in Echtzeit verfolgen, was bedeutet, dass er sofort auf Veränderungen im Kaufverhalten reagieren kann. Wenn beispielsweise ein bestimmtes Produkt plötzlich gefragt ist, kann er schnell seine Lagerbestände anpassen. Diese Flexibilität ist in der heutigen schnelllebigen Gastronomie von unschätzbarem Wert. Das Management wird dadurch nicht nur effizienter, sondern auch transparenter.\n Dennoch bleibt die Frage, ob diese Entwicklung die Gastronomie in eine Richtung führt, die das soziale Miteinander gefährdet. Ist das Bargeld wirklich tot? Oder handelt es sich dabei lediglich um eine vorübergehende Phase? Wittekt hat eine klare Meinung zu dieser Debatte: "Geld ist doch letztlich nur ein Mittel zum Zweck. Das Wichtigste ist, dass die Menschen bei uns die Zeit genießen und eine gute Tasse Kaffee trinken. Wie sie dafür zahlen, ist für mich zweitrangig."